Manchmal frage ich mich, wie unsere Sportarten auf Außenstehende wirken. So auch am vergangenen Dienstag in Rednitzhembach, einem äußerst beschaulichen Örtchen in der Nürnberger Peripherie gegen 17 Uhr. Rund um ein verlassenes Waldstück parallel zum Rhein-Main-Donau-Kanal füllen sich die Bundes- und Nebenstraßen mit Radsportlern, die allerdings mehr Ähnlichkeit mit Aliens als mit Menschen haben: Helme, die in ihrem futuristischen Look nur noch von dem einen oder anderen Zeitfahrrad in Sonderlackierung überstrahlt werden, fallen genauso ins Auge wie hauteng sitzende Einteiler, die unter dem lauten Wummern der Scheibenräder über die nassen Straßen schießen.
Taucht man tiefer in die Welt dieses Sports ein, schwanke ich immer zwischen meiner Einschätzung, ob mein Sport nun besonders exklusiv oder nur etwas für Freaks ist: Die Strecke mag nicht wirklich zuschauerfreundlich gewesen sein, das Wetter ebenso wenig. Dieses Mal sind aber sogar die Angehörigen und Freunde bis auf wenige Ausnahmen daheim geblieben, was den Start-Zielbereich mehr als übersichtlich gestaltet hat. Egal, dem Charme dieses Wettkampfs hat dies keinen Abbruch getan. Von einer kleinen Rampe ging es in 20-Sekunden-Abständen auf eine 15 Kilometer lange, komplett für den Verkehr gesperrte Strecke mit zwei Wendepunkten. Das schöne bei dieser Distanz: Über Renneinteilung oder Taktik braucht man sich keine Gedanken machen. Das Brennen in den Lungen und den Oberschenkeln setzte nach rund 20 Sekunden ein und ließ nach etwas mehr als 23 Minuten wieder nach. Viel mehr gepiekst hat mich allerdings die Tatsache, dass ich bereits bei Kilometer 3 das erste Mal überholt wurde, kurz darauf erneut, und zwar von dem Fahrer der gar 40 Sekunden hinter mir gestartet war. Dass es der spätere Sieger war, der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 46,1 Km/h (!) in den Asphalt gebrannt hatte, konnte ich da noch nicht wissen. Jedenfalls hatte ich das Gefühl, als wäre ich von einem Moped überholt worden.
Die Duschen im Vereinsheim haben wir uns mit den Fußballern geteilt, deren Training soeben zu Ende gegangen war. Die drei Radfahrer unter den zwei Dutzend Männern waren einfach auszumachen: Drei Patienten einer Bulimieklinik, die mit ihren wohlgenährten Pflegern beim Sport waren so in etwa würde ein ahnungsloser Außenstehender die Szenerie wohl beschreiben
Matthias
Name Zeit AK Platz AK
Nelke, Matthias 23:07,4 40 13
Schnell, Christian 23:17,2 40 18
Röckelein Christian 23:21,6 Elite 21
Ultsch, Michael 23:28 30 9
Hettmer, Michael 23:48,6 40 22
Schwarz, Ralf 24:08,8 50 6
Schlichtig, Karl 25:21,4 50 9
Michael, Christian, Karl, Christian, Ralf und Michael. Matthias fehlt leider auf dem Bild