3,2 Kilometer Laufen, anschließend Schießen und noch mal 3,2 Kilometer Laufen - Das stand in der Beschreibung im Laufkalender 2015 des BLV. Klingt interessant und ist irgendwie mal was anderes, als die normalen Wettkämpfe.
Beim 1. Sommerbiathlon war das Starterfeld mit nur 25 Teilnehmern recht dünn besetzt, bei der zweiten Auflage haben sich dieses Jahr jedoch gleich 3 mal so viele Teilnehmer gemeldet. Letztendlich gingen von 75 Angemeldeten 65 tatsächlich an den Start. Der letztjährige Sieger Daniel Niebler vom TSV Neuhaus war dieses Mal nicht mit dabei, aber der zweitplatzierte des letzten Jahres Frank Beeck war unter den Startern.
Nach einer kurzen Einweisung in die Handhabung und die richtige Schießtechnik mit der Feldarmbrust war noch ein wenig Zeit bis zum Start um 17:00 Uhr.
Gestartet wurde dabei in Blöcken zu je vier Läufern in einem Abstand von zunächst 5 Minuten, die letzten Gruppen wurden dann in einem Abstand von 3 Minuten auf die Strecke geschickt. Ich startete in der vorletzten Gruppe um 18:06 Uhr.
Leicht nervös aber im Rückblick auf das tolle und durchaus fordernde mittwochs Lauftraining doch durchaus motiviert fing ich 15 Minuten vorher an, mich in aller Ruhe aufzuwärmen. Spätestens mit dem Startschuss war der Adrenalinpegel am Anschlag. Die Strecke verlief zunächst auf asphaltierten Flurwegen vom Sportplatz des TSV Neuhaus in Richtung Süden. Ein leicht welliges Profil forderte die Teilnehmer bereits direkt nach dem Start. Ich übernahm wenige 100 Meter nach dem Start die Führung unserer Vierergruppe und machte ordentlich Tempo. Eine recht merkwürdige Situation, normalerweise habe ich immer Läufer vor mir, die einem automatisch ein Gefühl für das richtige Tempo geben und ggf. auch zum schneller werden veranlassen (oder einem auch in die Schranken weisen können). Dieses Mal war ich auf mich alleine gestellt, was zu teilweise hektischen Kopfbewegungen nach hinten führte: Werde ich jetzt für meinen Übermut bestraft und einer nach dem anderen wird mich jetzt überholen? Das waren die Gedanken auf den ersten zwei Kilometern. Glücklicherweise sah ich dann vor mir Läufer aus der vorher gestarteten Gruppe und die altbekannten Denkmuster beendeten mein Kopfkino. Kurzer Blick auf die Uhr: noch 400 Meter, leicht bergauf auf einem Waldweg. Nach 13:24 Minuten war die erste Hürde genommen. Verschnaufen!
Am Schießplatz im Wald staute es sich ein wenig und somit war noch kurz Zeit, die Einweisung zu rekapitulieren. Hüfte nach vorne, Ellenbogen aufstützen, Beine durchdrücken usw. - Wird schon irgendwie schief gehen. Geschossen wurde auf ein 10 cm großen Kreis auf eine Entfernung von 22 Meter. Ziel war es, einen Treffer zu landen. Dazu gab es drei Versuche. Jeder Fehlschuss kostete 1 Strafminute, also im schlimmsten Fall 3 Minuten auf die Laufzeit oben drauf. Kurz darauf war es dann soweit: anvisieren, entsichern, abkrümmen - Treffer! Keine Strafzeit! Und nun im Affenzahn zurück.
Auf dem Rückweg lief ich fast die ganze Zeit alleine und es wurde mir noch einmal mehr bewusst, was es heißt, auf sich alleine gestellt zu sein. Immer wieder ein nervöser Blick auf die Uhr und nach vorne, ob nicht doch noch irgendwo ein einsamer Läufer vor mir ist, der mir Orientierung gibt. Knapp 800 vor dem Ziel ging es leicht ergab und ich drehte noch einmal richtig auf und überschritt die Ziellinie nach 12:54 Minuten.
Der Sieger hieß dieses Jahr Frank Beeck, der mit einer Gesamtzeit von 25:56 Minuten knapp vor Dr. Rico Winkels (26:01 Minuten) gewann. Total überrascht hat es für mich mit einer Gesamtzeit von 26:19 Minuten für den 3. Platz in der Gesamtwertung gereicht. Einmal auf dem Treppchen stehen, auch das eine neue Erfahrung für mich.
Bei den Damen siegte Katja-Christine Böhme (30:48 Minuten) vor Fleur Beeck (31:27 Minuten) und Brigitte Bärenreuther (31:57 Minuten).
Fazit: Toller Wettkampf, super organisiert mit großem Potential die Teilnehmer zu Wiederholungstätern zu machen. Danke TSV Neuhaus!
Jens
Datum