11. Kristall-Marathon Merkers

Gespeichert von DJK Teutonia am/um Sa, 02/25/2017 - 15:17
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Täter kehren oft an den Tatort zurück, sagt eine Binsenweisheit, warum, kann nur der Psychologe befriedigend erklären. Warum aber Läufer auch häufig an ihren „Tatort“ zurückkehren, kann ich glaube ich beantworten: entweder, weil noch eine Rechnung offen ist, oder aber weil es ein schlichtweg unbeschreibliches Erlebnis war. Letzteres trifft auf den Kristallmarathon im Erlebnisbergwerk Merkers zu. Nach den Erlebnissen im letzten Jahr (siehe Bericht 2016) führte eigentlich kein Weg dran vorbei und als Karl anbot, sich um die Anreise zu kümmern, war die Anmeldung nur noch Formsache. Komplettiert hat das DJK-Trio „Untertage-Neuling“ Sabine.

Früh um sechs ging es am Sonntagmorgen bei Karl los in Richtung Merkers. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir den „Tatort“. Über Tage erfolgte die reibungslose Startnummernausgabe, bevor es mit dem Förderkorb um acht Uhr auf 500 Meter Tiefe ging. Glück auf! Unter Tage angekommen eröffnete sich eine dunkle, fast 5000 km lange andere Welt. Nun hieß es aufsitzen und es begann eine erlebnisreiche Tour durch ein unendlich erscheinendes Labyrinth von Strecken und Abbaukammern. Im Großbunker befindet sich der Start- und Zielbereich. Hier angekommen, hieß es wiederum „absitzen“ und zunächst einmal die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Bis zum Start war es noch etwas über eine Stunde. Zeit genug, sich der winterlichen Bekleidung zu entledigen um sich den angenehmen 21°C Lufttemperaturen anzupassen. Als Highlight bot sich den Teilnehmern und Gästen eine viertel Stunde vor dem Start um zehn Uhr eine beeindruckende Lasershow, die den größten Bagger der Welt unter Tage effektvoll in Szene setzt.

Nun wird es aber ernst und es galt, sich zu voll und ganz auf den Lauf zu konzentrieren, hat die Strecke es doch ordentlich in sich. Die 3,25 Kilometer lange Runde schlängelt sich durch den Berg, den alten Adern des weißen Goldes folgend. Auf diesem kurvenreichen, achterbahn-ähnlichen Kurs galt es, insgesamt 165 Höhenmeter zu überwinden. Das Startkommando erfolgte und schon waren die 165 Starter auf der 10 Kilometer-Strecke unterwegs. Kaum war der Bunker nach wenigen Metern und einer links-Kurve verlassen, ging es bergan in das schwach beleuchtete Labyrinth. Die Geräuschkulisse verstummte und es war noch nur das eigene Schnaufen und das der Mitläufer zu hören. Als das unangenehmste Stück der Strecke erwies sich (mal wieder) eine längere Gerade, die leicht bergauf führte und scheinbar kein Ende nahm. Eine grobe Schätzung wollte mir nicht gelingen, da unter Tage leider kein GPS-Signal verfügbar war (für mich als Telemetrie-Junkie kein so netter Umstand), aber irgendwie ging es trotzdem. Dann muss ich mich also ganz auf mein Gefühl verlassen, sollte ich eigentlich deutlich öfter tun.
Auf der zweiten Runde bildete ich mit zwei weiteren Läufern eine Dreiergruppe und ordnete mich in der Mitte ein. Auf der längeren Geraden konnte ich auf meinen Hintermann einige Meter gut machen, die aber auf der dritten Runde schmolzen, da ich eine kurze Gehpause am Getränkestand einlegen musste. In der dritten Runde merkte ich, dass mein Hintermann begann, immer mehr aufzuschließen. Irgendwie schaffte ich es, noch mal alle Kräfte zu mobilisieren und der Abstand vergrößerte sich. Irgendwann ging es nur noch bergab und ich konnte noch mal richtig aufdrehen. Völlig überraschend überholte ich schließlich kurz vor dem Ziel noch meinen Vordermann, den ich eigentlich schon aus meinen Gedanken und meinen Augen verloren hatte. Im Ziel angekommen, wurde ich letztlich belohnt und lief mit 40:20 Minuten als siebter im Gesamteinlauf ein und gewann die AK M30, nur 18 Sekunden vor dem Zweitplatzierten. Wenig später folgte Karl als 14. gesamt und zweiter in der AK M55 mit 43:47. Unseren Erfolg komplettierte Sabine, die nach 55:31 als 15. im Gesamteinlauf der Frauen das Ziel erreichte und vierte in der AK W50 wurde. Damit erreichten alle Gaustädter Athleten einen Platz in den Top 20.

Nach der Siegerehrung fuhren wir um 12:30 wieder aus und begaben uns erschöpft, aber mehr als zufrieden auf den Heimweg.

Jens

PS: Foto-Galerie von Runnersworld.de unter: http://www.runnersworld.de/marathon/kristallmarathon-merkers-2017-die-f… und von inSüdthüringen.de unter http://www.insuedthueringen.de/sport/regional/th_sport/sportfwstz/Mit-H… (Links müssen händisch kopiert werden)

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